Dina Casparis: High Heels - Heisse Mode

Dina Casparis: High Heels - Heisse Mode

Ballett-Tänzerin, Rechtsanwältin, Autorin. All das ist Dina Casparis. Nach amüsanten Lehr- und Wanderjahren am Gericht, in Anwaltskanzleien sowie in der Mode– und später in der Finanzbranche, erschien es Dina naheliegend, das Handwerkszeug der juristischen Schriftstellerei auch literarisch zu verwerten. Nach dem erfolgreichen ersten Buch «High Heels – Heisse Deals» erschien nun ihr zweites Buch «High Heels – Heisse Mode».

Dabei geht es um die schnelllebende Fashionindustrie, ihre Intrigen, Stil und Skrupellosigkeit: 

Wenn Tara Bernhard einen Wunsch frei hätte, dann wäre es „Part of the Fashion World“ zu sein. Unverhofft steht sie vor der Erfüllung ihres Traumes. Ihr Lieblingsklient, der Schweizer Modekönig, wird nach der Präsentation seines Hightech-Kleids von militanten Ökoaktivisten entführt. Der Traumjob wird zum Albtraum. Wie gewohnt tritt Tara in einige Fettnäpfchen, die es in sich haben. Schnell lernt sie, dass alles, was in der Mode glänzt, mit Geld zu tun hat. Tara lebt gefährlich, denn stil- und skrupellose Drahtzieher lassen sich ihre Pläne nicht kampflos von der jungen Anwältin durchkreuzen.

Wir möchten euch das Buch fest ans Herz legen, es ist super spannend und zeigt auf, wie es in der Modeindustrie tatsächlich zu und her geht. Ihr könnt das Buch direkt online hier bestellen.
 

Interview mit Dina Casparis:

Wieso schreibst du als Anwältin über Nachhaltigkeit und Mode?

Das Thema Mode war klar: Bediente ich mich für meinen ersten Roman „High Heels – Heisse Deals“ meiner Erinnerungen als Anwältin in einer Wirtschaftskanzlei und in der Bankenwelt, so hat mich zum neuen Roman mich meine coole Zeit in der verrückten Welt der Modeinspiriert.

Wieso Nachhaltigkeit?

Als ich vor über 20 Jahren bei Bally arbeitete, war Nachhaltigkeit kein Thema. Viele Produkte wurden in der Schweiz produziert in unseren eigenen Fabriken in Schönenwerd und in Caslano. Beim Beschreiben meines fiktiven Modeproduzenten fragte mich, ob das heute noch möglich ist, nachdem sogar bekannte Luxus-Modebrands in China produzieren. Ich wollte mein fiktives Modeunternehmen in einem realistischen Umfeld mit glaubwürdigen Problemen darstellen.

Meine Google-Recherchen und meine Gespräche mit Modeunternehmern zeigten ein ernüchterndes BildLokale Produktion gibt es kaum mehr. Eine der wenigen Ausnahmen ist die Firma Marc Cain, die gewisse Produkte mit ihrer Strickmaschine zu 100 Prozent in Deutschland herstellt. Begeistert kaufte ich ein paar Sachen. Aber als ich die Etiketten studierte, entdeckte ich, dass einige der hochwertigen Strickwaren in Ost- oder Südeuropa zusammengenäht wurden. Hallo? Gestrickt in Deutschland, aber zusammengenäht in Rumänien – was soll denn das? Nun nahm ich alle meine Klamotten auseinander und realisierte: Sogar Hess-Natur, deren angenehme Naturfasern und coole Homewear ich während Corona entdeckt habe produziert in Asien, Portugal und Osteuropa.

«MADE IN EUROPE» heisst noch gar nichts. Die Zustände in Osteuropa sind nicht viel besser als in Asien und die illegal, meist von Chinesen betriebenen Sweatshops in England und Norditalien sogar weitaus schlimmer. Entsetzt von dieser Erkenntnis schrieb einige Modefirmen an, darunter auch bekannte Luxusmarken. Ich erhielt keine Antwort! Ausser von Hess-Natur. Man erklärte mir geduldig zu jedem einzelnen hinterfragten Produkt, wie es zur Zusammenarbeit mit dem betreffenden Unternehmen kam, und wie diese Produzenten, meist Familienbetriebe und langjährige Partner, sorgfältig ausgewählt, laufend überprüft und kontrolliert werden. Anhand einer digitalen Weltkarte kann man auf der Website von Hess Natur nachvollziehen, wo und wie die Produkte hergestellt werden.

Auch andere Modefirmen wie Marc Cain nehmen ihre Verantwortung für Mensch und Umwelt und arbeiten an innovativen Lösungen. Nachhaltige Produktion ist heute für viele Produzenten ein wichtiges Ziel, aber ein Modeunternehmen ist auch der Ästhetik, der Eleganz und dem Tragekomfort verpflichtet. Das in Einklang zu bringen, ist ein langer Prozess, denn zaubern kann niemand.

Auch mein Modekönig nicht. Und ich realisierte, dass ich um das Thema Nachhaltigkeit nicht herumkomme, wenn ich heute einen Roman über Mode schreiben will.

Nachhaltigkeit ist mittlerweile ein abgenutztes Schlagwort, mit dem sich heute fast jedes Unternehmen auch ausserhalb der Modebranche schmückt. Viele davon sogenannte Grünwäscher, die sich hinter leeren Worthülsen verstecken.

Ich möchte mit meinem Roman die Diskrepanz aufzeigen zwischen den Wunschvorstellungen von Umweltorganisationen und der Realität. Und ich will zum Nachdenken anregen, ohne belehrend den Finger zu heben. Denn ich bin selbst Teil der Konsumgesellschaft.

Wie viele Monate braucht man um ein Buch zu schreiben und schlussendlich auf den Markt zu bringen?

Ein Jahr um den Plot zu finden, und wieder zu verwerfen und wieder neu anzufangen. Einen Monat für den finalen Plot. Ein Jahr zum Schreiben. Ein halbes Jahr zum Überarbeiten, Umschreiben => Testleserinnen => Lektorat KÜRZEN!  Und nochmals Überarbeiten.
An Ostern habe ich das Buch abgegeben. Dann kam Korrektorat, nochmals bearbeiten. Klappentexte erstellen, Werbetexte, Presseliste erstellen etc. Cover suchen. Korrektur Druckfahnen. Medienarbeit, Social Media. Events aufgleisen du organisieren, alleine und teilweise mit dem Verlag. Seither arbeite ich ununterbrochen ohne einen Tag Pause …

Fazit: Schreiben 3 Jahre, Vermarktung ein halbes Jahr und dann onging. Eigentlich solle ich ja am dritten Buch schreiben … Habs gerade auf Dezember verschoben, damit anzufangen :)

Gab es viele Hindernisse?

Das Thema Nachhaltigkeit war für mich auch eine grosse Hürde – wie handle ich ein so ernstes und schwieriges Thema in einem leichtfüssigen Roman ab. Und wie bauche ich die skandalösen Zustände in der Textilindustrie auf humorvolle Weise ein? Ob mir der Spagat gelungen ist, das müssen Sie liebe Leser und Leserinnen entscheiden.

Hat sich dein Konsumverhalten während den Recherchen über das Thema Mode geändert?

Oh ja und wie! Heute meide ich die Fast-Fashion-Tempel, in denen ich früher auf Schnäppchenjagd ging und kaufe nur noch wenig, dafür hochwertige Qualität oder Secondhand. Und ich untersuche akribisch jede Etikette und löchere die armen VerkäuferInnen, die oft keine Antworten haben ...

Was ist dein Wunsch an die Gesellschaft?

Ein Umdenken der Konsumenten wie auch der Modemacher, der Produzenten, der Einkäufer und der Verkäufer! Jeder einzelne muss etwas machen. Es ist billig zusagen, naja es gibt halt nix anderes zu kaufen und lange suchen oder Etiketten umdrehen will ich nicht … Und noch billiger, wenn Modefirmen sagen: Nachhaltigkeit interessiert unsere Kundinnen nicht...

Es ist bereits ein Umdenken im Gange und es ist ein langer Prozess, den wir nur gemeinsam gehen können.

Schlagwörter: News

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